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S-T-Tisch ess.tee.tisch Bally Horgenglarus

Mar 20 2018

Der S-T-Tisch (der sich teils auch Ess.Tee.Tisch schreibt) stammt vom Schweizer Designer Jürg Bally. Damit ist Jürg Ballys der Ess-Tee-Tisch einer der ganz seltenen Tisch-Klassiker aus der Schweiz. Der Zürcher Innenarchitekt und Designer Jürg Bally konzipierte seinen stufenlos höhenverstellbaren Beistelltisch im Jahr 1950, wobei diverse Experimente zur Verbindung der Beine dem endgültigen Entwurf des S-T-Tisches vorausgegangen waren. Deise sind heute im offiziellen Katalog von Horgenglarus abgebildet. Nach dem Entwurf des Tisches, der heute bei Horgenglarus einen Wiederauferstehung erlebt, arbeitete Jürg Bally kurze Zeit bei der renommierten Möbelherstell-Firma Knoll International in New York, welche damals von der legendären Mitbegründerin, Florence Knoll, geleitet wurde. Der Ess-Tee-Tisch stellte damals das Geburtstagsgeschenk für seine zukünftigen Frau Ica dar. Diese benötigte für ihr damaliges möbliertes Zimmer ein vielseitiger Tisch. Jürg Bally spendierte ihr nicht nur einen Tisch, sondern gleich deren 2: denn sein Ess.Tee.Tisch ist sowohl kompletter Couch-Tisch als auch vollwertiger kleiner Rund-Tisch z.B. im Küchenbereich für 4 Personen. Diese Wandelbarkeit verdankt der ess.tee.tisch dem stufenlos (wobei nicht ganz stufenlos, denn der S-T-Tisch verfügt über total 10 Stufen) höhenverstellbaren Mechanismus, der in dieser Art einzigartig ist und in der Fertigung Unsummen verschlingt – darum auch der durchaus stolze Preis des Ess-Teee-Tisches von Jürg Bally. Dieser wird oft auch “Verstelltisch” Jürg Ballys genannt, wegen des konzeptuell zentralen Verstell-Mechanismus, der sich erst in unterseitiger Betrachtung erschliesst und der keinen kalt lässt. Der seinerzeit schlicht und kurz S.T.-Tisch genannte Tisch steht bis auf den heutigen Tag bei Ica Bally in der Wohnung. Der Name S-T-Tisch meint hierbei einerseits die Eignung des Tisches als Ess-Tisch und als Tee-Tisch. Andererseits kolportiert der Name auch den gestalterischen Anspruch an den Tisch, indem der Name auch als “ästhetisch” gedeutet werden kann… Formal klingt beim S-T-Tisch Ballys, der heute in einer kleinen Auflage bei Horgenglarus im Glarner Hauptort hergestellt wird, die Vorlage Bellmanns Colonial Table an, der seinerseits den dreibeinigen Colonial Table (Kolonial-Tisch) mit durchbrochener Tischplatte entworfen hatte – durch die Durchbrüche lugten die Enden des Dreibeins oben aus der Tischplatte heraus und stabilisierten so die Platte auf dem Tripod. Auf diese Weise umging Bellmann eine komplizierte Mechanik, dafür hatte dessen Tisch, der eine Zeit lang bei Vitra im Programm war, nur eine einzige Höhe im Gegensatz zu Ballys 10 Höhen des S-T-Tisches.
Ballys Entwurf wurde erstmals 1951 bis 1954 bei der Zürcher Werkgenossenschaft Wohnhilfe seriell hergestellt, worauf Jürg Bally die Herstellung und den Vertrieb seines schönen Tisches ab 1968 selber in die Hand nahm. Der umtriebige Zürcher Gestalter hatte sich nämlich mittlerweile am Zürcher Neumarkt mit seinem eigenen Ladensgeschäft im Herzen Zürichs etabliert (das später dann “Jürg Bally und Partner” hiess) und konnte seinen S.T.Tisch so direkt an seine Kundschaft bringen. Dies war am Neumarkt 11, unweit des noch renommierteren Geschäftes Neumarkt 17 der Familie Schwarz. Bally hat nebenbei u.a. ein Boden-Decken-verspanntes freistehendes Regal entwickelt, welches an Egon Eiermanns Eiermann-Regal der 1920er-Jahre erinnert, welches heute von Richard Lampert herausgegeben wird. Der ess.tee.tisch Ballys sollte aber Jürg Ballys bekanntester Entwurf bleiben und erhielt Mitte der 1950er-Jahre gar die renommierte Auszeichnung “Die Gute Form” des Schweizerischen Werkbundes unter Führung Max Bills. Weiteres interessantes Faktum am Rande: Der echte S-T-Tisch-Prototyp des Jahres 1950 steht im Inventar der renommierten Designsammlung des Museums für Gestaltung in Zürich.
Die funktionalen Hintergründe des S-T-Tische basieren auf dessen beweglichen Zapfenscharnier, das die Tischplatte mit dem lose gekreuzten Tripod-Unterbau verbindet. Der Mechanismus mit rundum laufendem Zahnradkranz ist per Physik selbsthemmend, d.h. nichts muss arretiert werden. Diese Aufzugsmechanik des Ess-Tisches zum Teetisches war um das Jahr 2004 durch den Ingenieurdesigner Daniel Hunziker in einer Sisyphusarbeit vollendet worden: ein Griff der auf der Unterseite der Tischplatte platziert ist, rollt ein mit einer Feder vorgespanntes Stahlband in einer Trommel und reguliert dabei die Höhe des Tisches auf insgesamt 10 Stufen. Die Tischplatte kann gar gedeckt bleiben, so mühelos und sanft gleitend arbeitet der minutiöse Höhenverstell-Mechanismus des S-T-Tisches. Der neu aufgelegte S-T-Tisch war von Horgenglarus erstmals im Frühling 2014 in der Galerie des Deutschen Werkbundes in Berlin vorgestellt worden und stiess gleich auf eine grosses Echo. Archetypen bietet den Ess-Tee-Tisch heute in lackiertem Finish oder in dunklem Schwarznuss (geölt) an. Die Tischplatte gibt es in diversen Varianten, mit Linoleum belegt, schwarz, grün oder grau. Der Linoleum des Ess-Tee-Tisches stammt dabei aus der Kollektion des bekannten Linoleum-Herstellers Forbo; es handelt sich um das Produkt Forbo Desktop. Bei Fragen zu Ballys ess.tee.tisch zögern sie nicht, sich an uns von Archetypen zu wenden. Gerne sind wir unter 079 232 90 22 oder unter 071 845 44 43 für Sie da. Gerne offerieren wir den Ess-Tee-Tisch auch für Projekte oder unterbreiten ihnen eine persönliche Offerte für einen Tisch zuhause. Wir freuen uns bereits auf Ihre Kontaktaufnahme.