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prototypisch
Prototypischen Dingen haftet eine einmalige Aura
an: mit ihrer rohen Form wirken sie spontan und
überraschend und scheinen sie noch nicht abge-
schlossen (z.B. Vidun, LibLab, F41E), an ihnen
wurden noch keine Ecken durch Konformisten
rundgeschliffen (z.B. Tavolo con ruote). Stattdes-
sen wirken diese Dinge einfach und unberührt,
sind von einer präzisen Idee durchdrungen, die
bis an die Oberfläche scheint (z.B. Mod. Leonar-
do, Cumano); unschuldig, bar jeder weitergehenden
Absicht oder Einflussnahme. Indem ihr Mangel an
Detail und Konvention – wie beim minimalistischen
Objekt – uns ungewohnt erscheint, befügeln gerade
diese unsere Phantasie (z.B: Mezzadro, Sella) spielen
mit unserem Unterbewussten, welches diese scheinbar
unvollendeten Objekte rekombiniert und im Geheimen
spontan weiterentwickelt. So geraten Unvollendung und
Rohheit zur schieren Zierde.


